Grabungsgeschichte und Forschungsergebnisse (Teil 2)

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Teil 3

Grabungen & Präparation

Neue Grabungen (1993-2001)

1993  begann das Staatliche Museum für Naturkunde im Auftrag des Landesdenkmalamts von Baden-Württemberg mit Probegrabungen. Daraus wurde durch zahlreiche interessante Neufunde von Fossilien eine längerfristige Forschungsgrabung, die ab dem Sommer 1994 auch auf den alten Nusplinger Steinbruch ausgedehnt wurde. Dort lagen besondere Fossilien, die in  bestimmten bituminösen Plattenkalk-Lagen eine ausgezeichnete Fossilerhaltung aufweisen.
Sowohl im Egesheimer als auch im Nusplinger Steinbruch wird in der Regel auf einer Fläche von bis zu 100 m² gegraben. Bis zu fünf Personen können auf einer solchen Fläche gleichzeitig arbeiten. Gegraben wird immer nur sporadisch, je nach Verfügbarkeit von Zeit und Personal. Am Ende eines Grabungstages werden  alle Funde eingepackt und in das Naturkundemuseum nach Stuttgart gebracht. Einen kleinen Eindruck von der Bergung von einem großen Fisch können Sie auf der rechts laufenden "Show" bekommen.

(Dia-Show)

Einsatz eines Baggers

Beim Abbau eines Teilbereichs einer dicken Bank wird zeitweise ein Kleinbagger (siehe oberes Bild) eingesetzt. Zur Beseitigung von großen Flächen einer dicken Bank muss allerdings ein Großbagger (siehe unteres Bild) eingesetzt werden.

Auch diese Arbeiten müssen sein

Viele Platten mit einem Fossil müssen an Ort und Stelle mit eine Zwickeinrichtung verkleinert werden. So reduziert sich die zu transportierende Gesteinsmenge.
Keine Grabung kommt ohne Abraum aus. Dieser muss bei den Grabungen mit dem Schubkarren abtransportiert werden.
Zum Schluss eines Grabungstags muss aufgeräumt werden. Wie beim Reinigen einer guten Stube wird das kleine Gesteinsmaterial mit einem Besen zusammengefegt.

(Dia-Show)

Bohrungen in den Schichten des Nusplinger Plattenkalks

Größe und Tiefe der Nusplinger Plattenkalk-Lagune gehen auf die Erkenntnisse von geologischen Geländebeobachtungen und auf mehrere Kernbohrungen zurück, die in den Jahren 1994 bis 1997 abgeteuft wurden.
Der Bohrtrupp der Bodenprüfstelle des Regierungspräsidium Tübingen durchbohrte die vollständige Füllung der Westerberg-Wanne an verschiedenen Stellen. Dadurch erhielt man erstmals ein vollständiges Profil des Nusplinger Plattenkalks und war in der Lage, die Plattenkalk-Schichten des Nusplinger Steinbruchs mit denen des Egesheimer Steinbruchs in Zusammenhang zu bringen.

Präparation

Die Freilegung der Fossilien aus dem Gestein erfordert neben entsprechendem präparatorischem Geschick außerordentlich viel Geduld. Ehe ein Objekt überhaupt freigelegt werden kann, müssen erst die einzelnen Gesteinsstücke wieder zusammengeklebt werden. Die wichtigsten Präparationsgeräte zum Freilegen sind Stichel, Schaber, an der Spitze keilförmig angeschliffene Präparationsnadeln, kleine Pressluftmeißel und ein Binokular. Unter dem Binokular werden die Fossilien Quadratmillimeter für Quadratmillimeter aus dem Gestein herausgeschabt. In neuester Zeit werden Nusplinger Fossilien auch mit Hilfe von sogenannten Ultraschallmeißeln schonend herauspräpariert.
Die Freilegung eines Fossils aus dem Nusplinger Plattenkalk kann je nach Größe und Art der Versteinerung Tage, Wochen und manchmal sogar Monate dauern. Für die Präparation eines ausgewachsenen Meerengels muss fast ein ganzes Jahr als Präparationszeit angesetzt werden. Unter Berücksichtigung aller dieser Umstände wird es verständlich, dass letztendlich jedes fertig präparierte Fossil aus dem Nusplinger Plattenkalk eine Kostbarkeit ersten Ranges darstellt.

(Dia-Show)

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