Grabungsgeschichte und Forschungsergebnisse (Teil 3)

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Charakterfossil des Nusplinger Plattenkalks

Ohne Zweifel sind die Haie die auffälligste Fischgruppe im Nusplinger Plattenkalk. Sie verdanken dies hauptsächlich den vielen prachtvoll erhaltenen Funden des Meerengels Squatina acanthoderma. Normalerweise sind Fossilfunde vollständiger Meerengel äußerst selten. Der Nusplinger Plattenkalk ist für diese Haigruppe die bei weitem reichste Fundstelle. Die meisten Nusplinger Meerengel-Funde sind nahezu perfekt erhalten. Sie sind nämlich überwiegend noch mit vollständigen Hautumrissen überliefert. Mit einer Länge von bis zu 130 Zentimetern für das erwachsene Tier sind die Nusplinger Meerengel recht groß.

Besucher, Führungen

Regelmäßige Führungen zu den Grabungsstellen "Nusplinger Steinbruch" und "Egesheimer Steinbruch" begeistern die Besucher. Immer mehr Gruppen von Studenten, Wissenschaftlern, naturkundlichen Vereinen  und Urlauber interessieren sich für die neuen paläontologischen Grabungen, die inzwischen weit über die Region hinaus bekannt geworden sind.

Lithografien aus dem Nusplinger Plattenkalk

Seit 150 Jahren versuchte man vergeblichLithografiesteine aus der Nusplinger Plattenkalk zu gewinnen. Im Sommer 2000 stießen wir bei unserer Grabung auf eine dicke Kalkbank mit einer entsprechend feinkörnigen Struktur und hatten die Idee, mit dieser das Lithografieren zu versuchen. Die nötige Infrastruktur dazu stellte Gotthilf Fischer (Holzmaden) zur Verfügung. Schon die ersten Versuche zeigten, dass diese Kalkbank den Solnhofener Lithografieplatten an Qualität nicht nachsteht und sich zu Druckplatten verarbeiten lässt. Im Juli 2001 konnten im Museum des Urweltsteinbruchs Holzmaden Lithografiedrucke mit dem Motiv der Nusplinger Friedhofskirche in Serie hergestellt werden. So wurde nach 150 Jahren ein Traum wahr: Lithografien mit dem Nusplinger Plattenkalk!

Lebensrekonstruktionen

Kurz nach Aufnahme der ersten Grabungen im Egesheimer Steinbruch gelang im Sommer 1993 ein überraschender Fund: ein vollständiger, etwa 70 cm langer Hai mit Hautumrissen und vollständig bezahntem Gebiss.
Die Art konnte als Sphenodus macer bestimmt werden. Die Haie der Gattung Sphenodus trugen spitze, dolchartige Zähne, ähnlich wie die heutigen Heringshaie. Sie gehörten damit im Jura-Meer zu den gefährlichsten Raubfischen. Allerdings lauerte die Art Sphenodus macer überwiegend am Meeresboden auf ihre Beute. Anhand dieses Neufundes konnte erstmals die Körperform der Gattung Sphenodus rekonstruiert werden. Die kürzliche Neubeschreibung dieser Art durch Ronald Böttcher und seinen englischen Kollegen Christopher Duffin, dieauf dem vollständigen Nusplinger Fundstück basiert, bedeutet einen großen Fortschritt in der Kenntnis über die Gattung Sphenodus.

Ergebnisse wurden mehrmals publiziert

"...Wir dürfen stolz sein, dass mit den Fossilfunden aus dem Nusplinger Plattenkalk im Land Baden-Württemberg ein weiteres Fenster in die Erdgeschichte weit geöffnet werden konnte. Es freut mich deshalb, dass die beiden Mitarbeiter am Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart, Dr. G. Dietl und Dr. G. Schweigert, die bisherigen Ergebnisse dieser Ausgrabungen einer breiten Öffentlichkeit in Form eines Buches präsentieren. In diesem Zusammenhang soll auch nicht unerwähnt bleiben, dass die inzwischen weit über die Region hinaus bekannten Ausgrabungen bei Nusplingen der beliebten Ferien- und Ausflugsregion Naturpark Obere Donau einen weiteren Attraktionspunkt bescheren. Den beiden Autoren dieses Buchs wünsche ich weiterhin großen Erfolg in ihrem Bemühen, die erdgeschichtliche Vergangenheit des Gebiets „Großer Heuberg“ einem noch breiteren Publikum zugänglich zu machen. Das reich bebilderte und informative Buch wird dazu sicherlich einen wichtigen Beitrag leisten."
Erwin Teufel
Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg

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