Wanderpunkt 5: "Staufenberg"

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Wanderpunkt 6

Fast alle Texte auf dieser Seite sind aus dem "Heimatbuch Nusplingen" von G. Miller, B. Leute, M. Maute, K. Weiger und B. Ruß, 1985: "Ein Blick vom Marienfelsen".

 

 Punkt "Staufenberg"

Nusplingen liegt im landschaftlich reizvollsten Abschnitt des Oberen Bäratals. Steile Talhänge bis zu 200 m Höhe, mit prächtigen Buchenwäldern bewachsen, säumen die Talsohle. Herrliche Weißjurafelsen grüßen ins Tal. Im Grün der Talaue nimmt die Obere Bära ihren Lauf. Etwas bescheiden hält sie sich im Wiesengrund versteckt und wenn das Ufergebüsch oder ein paar aufflatternde Wildenten sie nicht verrieten, wäre sie mitunter kaum zu entdecken.
Wer es sich nicht entgehen lassen will, einen Blick über Nusplingen und seine nächste Umgebung mit ihren Buchenwäldern und Felsen zu werfen, dem sei empfohlen, einen Spaziergang zum Marienfelsen zu unternehmen. Er liegt auf halber Höhe des östlichen Talhangs und ist auf bequemem Weg zu erreichen. Weithin sichtbar ragt er als Musterbeispiel eines Jurafelsens über die Baumwipfel. Sein unterer Teil birgt eine Grotte, die als Lourdesgrotte ausgestaltet ist.
 
 
Zu Füßen dieses Marienfelsens liegt, die ganze Talbreite ausfüllend, Nusplingen. Mittelpunkt ist der große Marktplatz, um den sich die Häuser wie die Klicken um die Glucke scharen. In unmittelbarer Nähe des Marktplatzes fesselt die neue Pfarrkirche den Blick. Ihr schlanker Turm steht etwas abseits der Kirche an die Straße gerückt. Er reiht sich dadurch betonter in den Häuserkranz des Marktplatzes ein.
Bis in die Zeit des 30-jährigen Krieges besaß Nusplingen das Stadtrecht Am Verlauf einiger Straßenzüge, die der ehemaligen Stadtmauer folgen, lässt sich heute noch der Grundriss des alten Stadtkerns nachvollziehen.
Gleitet der Blick über die Dächer hinweg, so wird er vom Autal, einem Seitental der Oberen Bära, festgehalten. Als Abschlusspforte hat die Natur zwei wuchtige Eckpfeiler gesetzt: auf der einen Seite den Rossberg mit dem Uhufelsen und auf der anderen Seite den Westerberg mit dem sagenumwobenen Tannenfelsen. Beide Berge finden ihre Fortsetzung in den Höhenzügen, die das Obere Bäratal talauf- beziehungsweise talabwärts begleiten. Ihre Höhen bewegen sich um 900 m. Als breiter Rücken zieht sich die Hochfläche des Westerbergs zum dichtbewaldeten. Staufenberg (955 m), Nusplingens höchstem Berg, hinüber. Wer sich die Mühe macht, den Staufenberg zu erwandern, darf sich durch einen herrlichen Blick auf Nusplingen (siehe Bild) und das Nusplinger Tal vielfach belohnt wissen. Zum Greifen nahe liegt auf der anderen Seite des Tals sein Zwillingsbruder vom Hart, der bewaldete Hochrücken des Buchs (950 m).
 
 
Nicht weniger abwechslungsreich stellt sich der östliche Talhang vor. Er führt zu den Höhen des Harts. Für einen Geologen ist der Aufstieg von besonderem Reiz. Auf engstem Raum bieten sich hier fast alle Schichten des Weißen Juras zur Schau. Wie auf der westlichen Talseite, so zieht sich auch hier ein herrlicher Buchenwald den Talhang entlang, mal mehr, mal weniger tief ins Tal hinuntergreifend. Liebevoll an den Hang geschmiegt, liegt der Ortsteil Freudenweiler. Die Obere Bära trennt ihn vom Hauptort. Malerisch ziehen sich seine Häuserreihen am Hang entlang. Sein Schmuckstück ist die alte Friedhofskirche, ein Bauwerk aus romanischer Zeit Hoch oben am Bergtrauf schaut der Breite Felsen, ein mächtiger Felsstock, ins Tal hinunter.
Der Rundblick vom Marienfelsen erfasst nur einen Teil der Nusplinger Markung. Der größere Teil liegt auf dem Hart. Er ist ein Stück der Kuppenalb mit ihren Hügeln und flachen wasserlosen Hochtälern. Wald und Heide kennzeichneten früher die Landschaft. Erst als im 18. und 19. Jahrhundert Siedler den Boden unter Pflug und Hacke nahmen, wurde das Gebiet landschaftlich erschlossen und es entstanden die Nusplinger Teilorte Heidenstadt, Dietstaig und die Harthöfe. Heute prägen gepflegte Wälder, Wiesen und Felder und stattliche Bauernhöfe das Landschaftsbild des Nusplinger Hartgebiets.
 
 
Ein Stück talabwärts wird der Talhang plötzlich unterbrochen. Eine tiefe Kerbe, das Käppeleteich, zieht sich von der Höhe ins Tal. Unbeschadet dieses Einschnitts setzt sich der Talhang in ungeschmälerter Höhe fort. Bald darauf verengt sich das Tal und unmittelbar am Fuße des gegenüberliegenden Staufenbergs nähern sich die beiden Talseiten auf kaum mehr als hundert Meter, aber nur für eine kurze Strecke, denn nun öffnet sich das Tal und von Westen fließt die Untere Bära heran. Im gemeinsamen Talgrund vereinen sich die beiden Schwestern und fließen als Bära der Donau zu.

Im Wald

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